In der Bandelstraße in der Südstadt hat Gartenheim eine Leuchtfassade entwickelt, die sich mit Einbruch der Dunkelheit keineswegs unauffällig zurückzieht. Im Gegenteil: Dann zeigt die Fassade Charakter, Stimmung und Einfühlungsvermögen – mal in dieser, mal in jener Farbe, dazwischen ein weicher Übergangsverlauf. Die illuminierten Elemente verwandeln den Bau in einen weithin sichtbaren Blickfang, irgendwo zwischen Architektur, Lichtkunst und urbanem Farbenspiel.
Allerdings nur bis 22 Uhr. Dann endet die Vorstellung – nicht etwa aus Mangel an Ideen oder Strom, sondern aus Rücksicht auf eine wachsame Nachbarschaft und eine politisch geführte Debatte über Lichtverschmutzung. Danach darf die Nacht wieder ganz offiziell dunkel sein. Ob die Südstadt dadurch besser schläft, ist nicht überliefert.
Einzigartig? Mit Sicherheit. Auffällig? Unübersehbar, das war unsere Absicht! Vielleicht aber auch nicht jedermanns Sache. Das ist nicht weiter schlimm, denn für jedermann gibt es bereits genügend andere uniforme Häuser, die den üblichen Sehgewohnheiten entsprechen. Hannover ist sicherlich kein Ort, wo man sich über Durchschnitt oder gar Langeweile entrüstet, avantgardistische Experimente entstehen hier nicht aus einem tiefem Grundbedürfnis heraus. Deshalb kann die Überraschung und die Wirkung umso größer sein, wenn an einem Ort der Unauffälligkeit plötzlich etwas Ungewöhnliches entsteht. Unsere Fassade ist ein Kontrast zur alltäglichen Gewöhnlichkeit, sie ist Ausdruck einer wollüstigen Kombinationsverfeinerung aus Material, Form, Farbe und Lichtreizen. Wir zeigen die Möglichkeit auf, ohne erkennbare Notwendigkeit einen spielerischen Akzent zu setzen und damit ein weiteres Markenzeichen zu schaffen. Es werde Licht, warum nicht?